WARUM braucht es WIN?
Früher glaubten Kernfachleute, es genüge, wenn sie mit aller
Sorgfalt und verantwortungsvoller Vorsicht unsere Kernkraftwerke sicher
betreiben. Dies ist sicher unabdingbar. Doch Kernenergie ist ohne Akzeptanz
der Bevölkerung langfristig nicht überlebensfähig. Wir
Frauen, die in der Kerntechnik tätig sind, möchten, deshalb
von Frau zu Frau über alle Aspekte unseres beruflichen Umfelds
offen und transparent orientieren.
Technische Risiken kann man leicht definieren und fachlich mit Wahrscheinlichkeiten
abschätzen. Etwas ganz anderes ist die Wahrnehmung eines
Risikos durch verschiedene Personen. Wir alle nehmen das eigene Risiko
im Zusammenhang mit den eigenen Wertvorstellungen wahr. In der Diskussion über
die Akzeptanz der Kernenergie geht es also nicht darum, Risiken sachlich,
technisch zu erklären. Es geht vielmehr darum, darüber
zu sprechen, wie das Risiko empfunden wird, welche Ängste bestehen.
Selbstverständlich wissen Alle, dass es kein Leben ohne Risiko
gibt. Doch selbstgewählte Risiken werden ganz anders eingeschätzt
als Risiken, die man aufoktroiert erhält. Dies gilt nicht nur
für die Kernenergie.
WAS muss getan werden?
Technisch gebildete Leute haben lange, vielleicht zu lange, geglaubt,
dass mit sachlichen Argumenten, mit noch besseren Berechnungen,
mit zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen technische Laien zu überzeugen,
dass das Risiko der Kernenergie tragbar sei. Doch Information spielt
sich nicht nur auf der technischen Ebene ab.
Ebenso wichtig ist
der Einbezug der
- emotionalen Ebene
- der Werthaltungen
- wirtschaftlicher und ethischer Aspekte.
Zudem gilt, Vertrauen hat man in Menschen und nicht in technische
Installationen.
Vergessen wir die emotionale Ebene, so kommt die Information - gerade
in einer von Bildern, Vorstellungen und Ängsten geprägten
emotionalen Diskussion - nicht an. Wir müssen zuerst die Herzen
der Leute gewinnen, bevor wir auch ihre Köpfe überzeugen
können.
Wenn Menschen nicht wissen, wie ein Kernkraftwerk funktioniert, so
können sie sich auch keine eigene Meinung über dessen Sicherheit
bilden. In Sicherheitsdiskussionen reagieren Menschen dann verunsichert,
mit Angst. Technische Zeichnungen mit den zahlreichen Sicherheitsbarrieren
in Kernkraftwerken können so zum Schluss führen: "Muss
das gefährlich sein, wenn man den Reaktor so schützen muss.
Hält dieses Containment wohl?" Erklären Mitarbeitende
eines Kernkraftwerks aber, dass in der Kernenergie Sicherheit immer
Vorrang hat. Technik und Menschen versagen können, die zahlreiche
Sicherheitsvorkehrungen jedoch dafür sorgen, dass Menschen nicht
gefährdet werden. In der Kerntechnik gibt man sich auch nicht
zufrieden mit nur einer Schutzvorrichtung, alles muss doppelt und
dreifach abgesichert sein.
Dies galt in der Schweiz beispielsweise schon beim Bau des ersten
Versuchskernkraftwerks in Lucens, das in den Berg hinein gebaut wurde,
zum Schutze der Bevölkerung. Aus diesem Grunde hat die Bevölkerung
in der Umgebung keinen Schaden erlitten beim Kernschmelz - Unfall
von 1969.
WER sind die Mitglieder von WIN
Frauen, welche in der Schweiz im Kernenergiegebiet sowie Strahlenschutz
arbeiten, haben sich in einem Verein zusammengeschlossen, um über
Ihre Tätigkeit offen – insbesondere Frauen - zu informieren.
Auch Männer sind als Mitglieder willkommen, sofern sie die
Ziele von WIN - offene, transparente Information – unterstützen.
Wir freuen uns auf eine Diskussion: info@win-swiss.ch
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